Wie funktioniert eine Wasserpfeife? Die Physik dahinter
Das Gerät hat keine beweglichen Teile außer einer Ventilkugel. Alles, was darin geschieht, folgt aus einer Druckdifferenz, einer Wassersäule und der Oberfläche von Blasen. Das lässt sich sauber beschreiben, und die Beschreibung räumt nebenbei mit einem hartnäckigen Missverständnis auf.
Der Vorgang, um den sich alles dreht: eine Blasenkette am Ende des Tauchrohrs, wenige Zentimeter unter dem Wasserspiegel.
Eine Wasserpfeife ist ein geschlossenes Gefäß mit zwei Öffnungen. Die eine führt über die Rauchsäule nach oben zum Kopf, die andere über den Schlauch nach außen. Zwischen beiden liegt ein Wasserspiegel, in den die Rauchsäule einige Zentimeter eintaucht.
Die Druckdifferenz
Wird am Schlauch Unterdruck erzeugt, fällt der Druck im Gasraum über dem Wasser. Sobald die Differenz zur Außenluft größer ist als die Wassersäule über der Mündung des Tauchrohrs, strömt Luft von oben durch den Kopf, durch die Säule und tritt unten in Blasen aus. Der nötige Unterdruck ist klein: ein Zentimeter Wassersäule entspricht knapp einem Millibar. Bei zwei bis vier Zentimetern Eintauchtiefe reden wir also von wenigen Millibar, weniger als bei einem Trinkhalm in einem hohen Glas.
Warum die Tauchtiefe alles bestimmt
Geringe Eintauchtiefe: wenig Widerstand, große, schnelle Blasen, kurzer Kontakt mit dem Wasser.
Große Eintauchtiefe: hoher Widerstand, feinere Blasen, längerer Weg durch die Flüssigkeit.
Zu große Eintauchtiefe: der nötige Unterdruck steigt, und Wasser kann in die Säule steigen.
Die Eintauchtiefe ist damit die einzige Stellschraube, die ein Bauteil vorgibt und die sich nachträglich ändern lässt. Wo dieses Bauteil sitzt, zeigt die Übersicht über die Teile und ihre Werkstoffe.
Was am Wasser wirklich passiert
Drei Vorgänge laufen gleichzeitig ab. Erstens Wärmetausch: das Gas gibt an das kühlere Wasser Energie ab und kühlt messbar. Zweitens Kondensation: ein Teil des Wasserdampfs schlägt sich nieder. Drittens Absorption: wasserlösliche Bestandteile gehen teilweise in die Flüssigkeit über, und das erkennt man daran, dass das Wasser sich verfärbt. Diese drei Vorgänge zusammen erklären, warum das Gas kühler ankommt.
Blasen und Oberfläche
Der Austausch zwischen Gas und Flüssigkeit findet an der Blasenhaut statt, also ist die gesamte Blasenoberfläche die entscheidende Größe. Zehn kleine Blasen haben bei gleichem Volumen mehr Oberfläche als eine große. Deshalb sitzen in manchen Säulen unten Diffusoren, gelochte Aufsätze, die den Strom in viele feine Blasen zerlegen. Sie kühlen etwas besser und arbeiten leiser; an der Menge dessen, was durchgeht, ändern sie wenig.
Ein Diffusor zerlegt den Strom in viele kleine Blasen und vergrößert damit die Austauschfläche.
Das Ventil
Seitlich in der Säule sitzt ein Rückschlagventil, meist eine Metallkugel auf einem Sitz. Unterdruck presst sie fest, Überdruck hebt sie an. Das Bauteil ist notwendig, weil ein geschlossenes Gefäß sonst keinen Weg für ausströmende Luft hätte. Es ist zugleich das einzige bewegliche Teil der ganzen Anlage.
Wärme im Kopf
Über der Schale liegt die Glut. Ton speichert Wärme und gibt sie langsam an den Inhalt der Schale ab; das ist der Grund, warum sich gebrannter Ton gegen Metall durchgesetzt hat. Woher diese Glut kommt und wie sie hergestellt wird, beschreibt der Beitrag über Kohle aus Kokosschalen, und die viel ältere Variante desselben Verfahrens steht im Beitrag über den Meiler im Wald.